Wertgeschätzt bis ins hohe Alter

Seniorenpflegeheim „Colliser Straße” feiert 20-jähriges Bestehen

Vor 20 Jahren auf den Tag genau am 30. April eröffnete das Seniorenpflegeheim „Colliser Straße” in Trägerschaft der Geraer Heimbetriebsgesellschaft. „Nach einer eineinhalb jährigen Bauzeit und der Investition von 5 Millionen Euro zogen die ersten 49 Bewohner ein. Platz haben wir für 65 geschaffen”, erzählt Geschäftsführer der Heimbetriebsgesellschaft, Andreas Nordmann, und erinnert zugleich zurück, dass 1995 mit der Entflechtung des Fritz-Koch-Heims der Startschuss für das Kleinheim „Colliser Straße” gelegt wurde.

Kurz in die Chronik der Heimbetriebsgesellschaft geblättert: „Gegründet wurde die HBG am 1. Juli 1993. Dabei gingen drei Seniorenheime, 908 Pflegebetten und 340 Mitarbeiter aus kommunaler Trägerschaft an die gemeinnützige GmbH über. Dazu zählte das Psychiatrische Pflegeheim „Fritz Koch“, Baujahr 1852 mit einer Kapazität von 180 Plätzen sowie die beiden Seniorenheime „Kurt Neubert“ (Baujahr: 1980) mit 360 Betten und „Franz Lenzner“ (Baujahr 1981) für 368 Menschen. Als Meilenstein in der Geschichte der Geraer HBG ist die Vertragsunterzeichnung zum Neubau des Seniorenpflegeheimes „Colliser Straße“ im Februar 1997 markiert. Mit der Grundsteinlegung am 30. September 1997 begann die zweijährige Bauzeit auf dem Gelände des ehemaligen „Fritz-Koch-Heimes“. Der Neubau ist die erste Einrichtung in Gera, die mit Fördermitteln nach Artikel 52 SGB XI von Bund, Land und Kommune in Höhe von damals 9,9 Millionen DM finanziert wurde. Am 29./30. April 1999 konnte schließlich das Seniorenpflegeheim „Colliser Straße“ unter der Heimleitung von Bettina Maul und Pflegedienstleitung Elke Seidel mit einer Kapazität von 65 Plätzen eröffnet werden. 20 Jahre später ist Bettina Maul noch immer in der „Colliser Straße” anzutreffen, heute jedoch als Chefin des Hauses. Mit ihr sind noch 12 Mitarbeiterinnen dabei, die einst die Eröffnung feierten.

Insgesamt sorgen sich 45 Mitarbeiter zum einen um die direkte Pflege der Bewohner und zum anderen um deren Rund-um-Wohlfühl-Paket. „Hier wurde eine ganz besondere Stätte geschaffen. Ich bin dankbar über dieses sehr engagierte Team, welches die Rechte und Pflichten der Bewohner erhält und bewahrt, mit dem Ziel eines langen, eigenverantwortlichen und selbstbestimmten Lebens. Denn einen positiven freundlichen Umgang mit dem Menschen kann ich nicht vermitteln, dies tragen alle unsere Mitarbeiter in sich”, zeigt sich Bettina Maul stolz über ihr Team. Seit 2002 ist das Seniorenheim Ausbildungsstandort und vermittelte bisher 14 jungen Menschen das Wissen einer Pflegefachkraft. Für Bettina Maul ist es ein wesentlicher Aspekt aktueller und künftiger Öffentlichkeitsarbeit, das Interesse für diesen Beruf wieder zu wecken. „Denn Wertschätzung und Anerkennung im Alter ist und wird für jeden Menschen notwendig. Jede Generation vor uns hat unsere Gesellschaft aufgebaut”, betont die engagierte Chefin des Hauses, Bettina Maul. „Es ist der offenen, zielstrebigen und herzlichen Art von Bettina Maul zu verdanken, die gemeinsam mit den Mitarbeitern, Bewohnern und Angehörigen, diesem Haus einen guten Ruf verliehen hat”, wertschätzt Andreas Nordmann und resümiert, dass die Entscheidung ein Kleinheim aufzubauen richtig war. „Es zeigt sich, dass auch eine Einrichtung unter 100 Bewohnern wirtschaftlich und erfolgreich geführt werden kann.” Dass das Seniorenheim „Colliser Straße” eine gute Adresse ist, davon zeugen die positiven Auslastungszahlen. „Drei Bewohner leben seit der Eröffnung bei uns, einer davon sogar seit 1968. Sechsmal haben wir schon gemeinsam den 100. Geburtstag gefeiert”, bilanziert sie aus der Statistik.

Es sei die Nähe, die Individualität und das beim Betreten des Hauses sich gleich Wohlfühlen-Gefühl, welches das Haus ausmache, sind die Worte von Dr. Babette Brehme, Fachdienstleiterin Soziales der Stadt Gera. Sie kennt das Haus von der Pike auf. Hat sie doch einst im Fritz-Koch-Heim gearbeitet und die Entflechtung vorbereitet. „Neben der ‚Colliser Straße‘ entstanden die Betreuungsstätten Robert-Havemann-Straße und Aalicht-Straße. Ich weiß, wie viel Kraft, Herzblut und Engagement es braucht, um eine neue Heimstätte aufzubauen”, erzählt sie aus eigener Erfahrung.

 

Quelle: Neues Gera, Verfasser: Fanny Zölsmann http://www.neuesgera.de